GESPRÄCHSRUNDEN SOLLEN EINE FESTE EINRICHTUNG WERDEN

GESPRÄCHSRUNDEN SOLLEN EINE FESTE EINRICHTUNG WERDEN

Pfaffenhofen (mh) „Die Kommunikation ist die Grundlage der Zusammenarbeit.“ Unter diesem Motto stand die zweite Diskussionsrunde von ProWirtschaft im Hotel Müllerbräu, erneut unter der Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden Dieter Andre. Nimmt man die Art und Weise, wie die Teilnehmer an diesem Abend miteinander kommunizierten, als Massstab, dann ist ProWirtschaft auf dem besten Weg zu einer völlig neuen Qualität in der Zusammenarbeit der heimischen Unternehmer und Geschäftsleute. Über die programmatische Diskussion hinaus wurden auch einige konkrete Vorschläge gemacht, die der Vorstand nun in seiner nächsten Sitzung diskutieren wird. Einig waren sich alle, dass die Gesprächsrunde fest etabliert werden sollte.

Überschaubar war der Kreis der Teilnehmer an der Diskussion: Ein Dutzend Interessierter hatte sich eingefunden. Nicht nur weil Jesus nach christlicher Lehre genau so viele Apostel um sich geschart hat, gilt die Zwölf aber als „magische Zahl“ – und auch für diesen Abend erwies sie sich als „Segen“. Wie Martin Bornemann im Laufe des Abends aus beruflicher Erfahrung berichtete, finde bei einer Gruppe zwischen zehn und zwölf Personen der „intensivste Austausch“ mit der „größten Tiefe“ statt. Eine These, die ihre Bestätigung fand.

Eingangs hatte Dieter Andre noch einmal kurz den Bogen von der Entscheidung zur Neuausrichtung von ProWirtschaft durch den Vorstand über die Ziele zum ersten Diskussionsabend gespannt. Die Initiative zur Netzwerkbildung, das hohe persönliche Engagement der Vorstandsmitglieder und die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit würden bereits erste Früchte tragen: „ProWirtschaft wächst“, stellte Andre erfreut fest. Damit leitete er zum Motto des Abends und zur Diskussion über, bei der er sich als Moderator wieder als Idealbesetzung erwies. Zunächst warf Andre zwei Fragen in die Runde: „Was heißt für jeden Einzelnen Kommunikation im Umfeld unseres Netzwerks“ und „Wie stelle ich mir die Zusammenarbeit ganz persönlich vor?“

Über den eigenen Tellerrand hinausschauen …

Für sie bedeute die Kommunikation innerhalb von ProWirtschaft vor allem den „gegenseitigen Austausch“ als Hilfestellung bei Problemen, gab Patricia Reber die erste Antwort und den „Erfahrungsaustausch“ stellte auch Nadine Bögl ganz obenan. Petra Zauner betonte, das setze immer ein „Geben und Nehmen“ voraus und deshalb komme dem Netzwerk auch eine so große Bedeutung zu. Je vielfältiger dabei die Inhalte seien, desto interessanter werde die Kommunikation und desto besser könne man „über den eigenen Tellerrand hinausschauen“. Das Gemeinsame bzw. die Gemeinschaft liege ja bereits im Ursprung des Wortes Kommunikation, erläuterte Hans-Albert Dralle. Kommunikation finde dabei auf vielen Ebenen statt und sei in unserem Leben allgegenwärtig. Noch einen Schritt weiter ging Franziska Neufeld:

„Der Mensch ist ein soziales Wesen, das auf Dauer nicht alleine leben kann. Die Bedeutung der Kommunikation kann man deshalb gar nicht hoch genug hängen, denn sie ist überlebenswichtig.“

Andreas Bögl brachte aus seiner beruflichen Erfahrung als Hörgeräteakustiker einen anderen Aspekt zur Sprache, der von der großen Mehrheit der Menschen oft „überhört“ wird: Wie sehr Menschen mit schwereren Hörproblemen darunter leiden, nicht mehr richtig an der Kommunikation teilnehmen zu können und isoliert zu sein.

Rein auf ProWirtschaft bezogen, unterschied Beate Hippler, die auch im schon länger bestehenden Netzwerk „women together“ aktiv ist, zwischen der internen und der externen Kommunikation. Wenn man Dinge gemeinsam vertrete, könne man eine umso größere Außenwirkung erzielen. Genau das ist eines der Ziele, die ProWirtschaft seit der Neuausrichtung verfolgt. Momentan befindet man sich dabei noch in der Phase des gegenseitigen Kennenlernens – bei „women together“ seien die Anfänge nicht anders gewesen, berichtete Beate Hippler. Ein Netzwerk müsse wachsen, beginnend mit wenigen, „die ihre Begeisterung nach außen tragen“.

Wichtige Schritte zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Er sei selbst immer wieder überrascht, „wie viele Firmen ich gar nicht kenne“, erklärte Dieter Andre – und so geht es sicher allen Mitgliedern. Deshalb erfüllten der Unternehmertreff und die Betriebsbesichtigungen eine ganz wichtige Funktion. Auch zu Beginn des zweiten Diskussionsabends hatten sich die Anwesenden wieder kurz vorgestellt und Andre kündigte an, man wolle noch eine weitere Plattform finden, dass sich Firmen im Rahmen der Veranstaltungen kurz präsentieren können. Der nächste Schritt werde dann sein, Probleme zu thematisieren und aus dem Dialog heraus Lösungen zu entwickeln. Letztlich alles wichtige Etappen auf dem Weg zu einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, die zur Bewältigung der Zukunftsaufgaben nötig sei.

Einen „offenen und ehrlichen Austausch in einem geschützten Raum“ und eine „Vertrauensbasis“ hält Beate Hippler für besonders wichtig. Dann biete das Netzwerk die Chance, die „riesige Kompetenz“, die bei den Mitgliedern von ProWirtschaft vorhanden sei, bestmöglich zu nutzen. Dazu müsse das Verständnis untereinander wachsen, meinte auch Waltraud Braun, und Martin Bornemann stellte einen plastischen Vergleich mit einem Gemälde an: „Den Rahmen und die Leinwand kann man kaufen, aber das Bild darauf muss langsam entstehen.“ ProWirtschaft biete den Mitgliedern eine sehr gute Plattform. „Den Unternehmer, der immer zu 100 Prozent alles weiß, habe ich noch nicht gesehen.“

Vorschläge kommen in der nächsten Vorstandssitzung zur Sprache

Viel lernen könne man dabei auch von einer Betrachtung, wie die Kommunikation in völlig anderen Bereichen funktioniert, z. B. in einem Orchester oder im OP. Martin Stiglmayr hält es für eine große Bereicherung, sich nicht nur immer mit Kollegen aus der eigenen Branche auszutauschen und so auch andere Sichtweisen und Probleme kennenzulernen. Das alles sei aber keine moderne Errungenschaft: „Im Prinzip erfinden wir nur den Stammtisch neu“, folgerte er. An diesem Punkt der Diskussion warf Andre drei konkrete Fragen zur künftigen Vorgehensweise in die Runde: 1. „Wie oft würden Sie solche Diskussionsrunden ansetzen und sinnvoll finden?“ 2. „Sollen die Treffen immer ein Thema haben?“ 3. „Sollen Sie weiter Zukunftsdiskussion heißen oder einen neuen Namen erhalten?“

„Wir treffen uns bei women together einmal im Monat“, berichtete Beate Hippler und Martin Stiglmayr plädierte für einen festen Tag. Beides unterstützte Martin Bornemann: „Wenn wir einen intensiven Austausch wollen, dürfen es maximal vier Wochen Abstand sein.“ Und in Sachen fixer Termin: „Die Menschen sind Gewohnheitstiere.“ Die Mehrheit sprach sich dafür aus, die Treffen mit einem Thema oder „einer Lebensweisheit“ (wie Bornemann anregte) zu verbinden. Als Namen für die künftigen Treffen wurden „Zukunftskreis“, „Montagsgespräch“ und „Montagsrunde“ (natürlich kombinierbar mit jedem anderen Wochentag) zur Diskussion gestellt. Allgemeine Zustimmung fand die zeitliche Begrenzung auf 90 Minuten. Dieter Andre sammelte alle Vorschläge, die die Grundlage für die Beratungen in der nächsten Vorstandssitzung bilden werden.

Frauen sollen zur Mitarbeit in neuem Beirat motiviert werden

Abschließend forderte er die Anwesenden auf, zur Mitgliederversammlung am 10. November 2011 zu kommen. Dabei stehe auch eine Satzungsänderung auf der Tagesordnung, denn ProWirtschaft will zusätzlich zum fünfköpfigen Vorstand noch einen Beirat als beratendes Gremium gründen. Man hoffe dabei besonders darauf, auch einige Frauen zur Mitarbeit motivieren zu können: „Frauen denken anders und haben zu vielen Themen einen anderen Zugang als Männer.“

Und die in der Diskussion schon früh zur Sprache gekommene Frage, welchen Nutzen jeder Einzelne aus einer Teilnahme an den Abenden ziehen könne, hatte sich am Ende ganz von selbst beantwortet. Alle Anwesende konnten wichtige Anregungen geben und umgekehrt mit nach Hause nehmen – und alle versicherten, andere zur Teilnahme und zum Beitritt zu ProWirtschaft zu motivieren. Das sind genau die Multiplikatoren, die das Netzwerk braucht.