„WEITER SO“: LETZTE DISKUSSIONSRUNDE 2013 MIT KLARER BOTSCHAFT

„WEITER SO“: LETZTE DISKUSSIONSRUNDE 2013 MIT KLARER BOTSCHAFT

Pfaffenhofen (mh) Bei seiner fünften und letzten Diskussionsrunde in diesem Jahr nahm ProWirtschaft Pfaffenhofen den Faden des Vortrags von Professor Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker am 20. November noch einmal auf. Wie nach den Rückmeldungen bei der Veranstaltung und in den Tagen danach kaum anders zu erwarten, fiel auch die Nachbetrachtung der 17 Teilnehmer am Gesprächsabend im Hotel Moosburger Hof rundum positiv aus. Die Botschaft an ProWirtschaft für künftige Vortragsveranstaltungen war eindeutig: „Weiter so!“ An diesem Abend gab es außerdem eine Premiere: den ersten Fachvortrag aus den Reihen von ProWirtschaft-Mitgliedern.

Den Auftakt machte Dr. Annette Hartmann (Foto). Sie stellte in einer guten halben Stunde ihre wortstark Kommunikationsberatung vor und ganz speziell das E-Mail-Training aus dem Seminarpaket „Kommunikationsführerschein KFS®“. Ihre Ausführungen stießen auf großes Interesse und waren ebenso informativ wie unterhaltsam. Hier finden Sie weitere Informationen zum Vortrag und zur Referentin!

Der stellvertretende ProWirtschaft-Vorsitzende und Moderator des Abends, Dieter Andre, erklärte anschließend aus Sicht des Unternehmernetzwerks und Organisators der Veranstaltung mit von Weizsäcker: „Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt“. Nicht nur was den Vortrag des Nachhaltigkeits- und Zukunftsexperten betrifft, sondern auch beim Besuch. Rund 300 Gäste – diese Zahl hatte in Vorstand und Beirat niemand zu hoffen gewagt – waren gekommen. Und auch dass ein Großteil der Kosten über Sponsorengelder gedeckt werden konnte, war für Andre ein positives Zeichen. ProWirtschaft müsse zwar noch etwas aus seiner Kasse drauflegen, doch hatte man für diesen Zweck einen entsprechenden Betrag im Haushaltsplan 2013 bereits veranschlagt.

Positiv sei schließlich auch die Resonanz beim Referenten selbst gewesen: Professor von Weizsäcker sei sowohl von der hohen Zahl der Zuhörer (für eine kleine Stadt wie Pfaffenhofen) als auch von den „intelligenten Fragen“, die von ihnen gestellt wurden, beeindruckt gewesen. Dieter Andre gab nun die Diskussion frei.

„Den Stockerstadl mit diesem Thema zu füllen, war eine großartige Leistung von ProWirtschaft.“
Einer der Diskussionsteilnehmer

Lob in den höchsten Tönen für Weizsäcker-Vortrag

Die meisten der Diskussionsteilnehmer hatten Professor von Weizsäcker auch live gehört. Dessen Auftreten, Persönlichkeit, Optimismus und enormes Wissen hatten tiefen Eindruck bei ihnen hinterlassen. Bewunderung zollten sie dem Referenten unter anderem für seine Energie, seinen messerscharfen analytischen Verstand und seinen fokussierten Vortrag – und das alles in einem gehobenen Alter von 74 Jahren. Einer der Anwesenden war vom Referenten besonders deshalb so beeindruckt, „weil er kein Fanatiker ist und keine Keule geschwungen“, sondern jederzeit sachlich argumentiert hat. Ein anderer Diskussionsteilnehmer würdigte von Weizsäcker als „Botschafter der Zuversicht“.

Die These des Referenten, Europa solle auf dem Gebiet von Klimaschutz und Nachhaltigkeit eine Allianz mit Asien eingehen, hatte manchen erstaunt. Doch bei näherer Betrachtung könne man diese Forderung nur unterstützen, erklärte ein Anwesender und fügte hinzu: „Mit den USA kommen wir nicht weiter.“ Ein anderer zeigte sich überrascht über von Weizsäckers „Angriff auf die anglo-amerikanische Wirtschaftsphilosophie“. Lediglich ein Diskussionsteilnehmer bedauerte: Der Referent habe „einen wichtigen Bereich ausgeklammert“ und sei nicht auf die Einführung eines nachhaltigen Geldsystems – mittlerweile ebenfalls eine Forderung des Club of Rome – eingegangen. Das Regionalgeld Hallertauer sei genau mit diesem Thema „seit zehn Jahren unterwegs“. Er wünschte sich in diesem Zusammenhang eine bessere Zusammenarbeit der örtlichen Verbände und Organisationen.

Denkanstöße gilt es jetzt in konkrete Projekte umzumünzen

Soweit die „Bewertung“ des Vortrags von Professor von Weizsäcker. Doch welche Schlussfolgerungen sind nun aus seinen Worten zu ziehen und wie können seine Gedanken weitergetragen werden? Der Referent hat Impulse gesetzt, einen Denkprozess angestoßen und Lösungsansätze aufgezeigt, konkrete Maßnahmen müssten nun vor Ort entwickelt werden:

„Wir müssen lernen, altes Wissen kritisch zu hinterfragen, und bereit sein, alte Zöpfe abzuschneiden … Es muss eine Plattform geschaffen werden, um Wissen zu sammeln und im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu verteilen … Die Prinzipien der Nachhaltigkeit müssen zu Kernwerten werden … Und außerdem: Jeder muss sich auch selbst fragen, was er in seinem persönlichen Leben tun bzw. ändern kann …“

Das waren die zentralen Aussagen der Diskussionsteilnehmer und sie sollen laut Dieter Andre auch im Mittelpunkt der ersten Diskussionsrunde 2014 am 30. Januar stehen. In seinem kurzen Ausblick auf das nächste Jahr schwenkte er noch einmal kurz auf ein Gespräch mit einem der Hauptsponsoren der Weizsäcker-Veranstaltung zurück. Andre hatte ihn gefragt, wie ProWirtschaft künftig bei der Verpflichtung von Referenten vorgehen solle: auf der einen Seite viele sehr gute Redner, die relativ unbekannt und damit viel günstiger zu haben sind, auf der anderen Seite die prominenten und deswegen auch teuren Topexperten. Die Antwort sei eindeutig gewesen: ProWirtschaft soll auf diesem Niveau weitermachen. Gleichzeitig habe der Sponsor dem Unternehmernetzwerk auch für die Zukunft eine großzügige Unterstützung versprochen.

Zum Schluss entwickelte die Gesprächsrunde aus den verschiedenen Diskussionsbeiträgen einen Katalog von möglichen praktischen Maßnahmen im Sinne der Nachhaltigkeit:

1. Verpflichtung von Topreferenten
2. Vorträge aus dem Kreis von ProWirtschaft
3. Schaffung einer Wissensplattform
4. Beibehaltung der Diskussionsrunden
5. Entwicklung pragmatischer Lösungsansätze
6. Lokale Vernetzung mit anderen Organisationen
7. Beteiligung an der Aktion „Plant for the Planet“
8. Nachhaltige Projekte im Rahmen der Landesgartenschau 2017

Letzteres werde bereits seit einem halben Jahr in Vorstand und Beirat von ProWirtschaft diskutiert, teilte der stellvertretende Vorsitzende Dieter Andre mit. Ein Diskussionsteilnehmer gab dabei aber zu bedenken, ob es sinnvoll sei, bei Themen aufzuspringen, „die schon besetzt sind“. ProWirtschaft sei schließlich eine dynamische Gruppierung und solle deshalb eigene Aktionen entwickeln und durchführen. Beides steht nun auf der Agenda für 2014 und Dieter Andre freute sich: „Wir nehmen den Schwung des Weizsäcker-Vortrags mit ins neue Jahr.“ In diesem Zusammenhang empfahl er allen, die sich für das Thema Nachhaltigkeit interessieren, noch einmal das Buch des Referenten mit dem Titel „Faktor Fünf“ zur Lektüre, ehe er den Abend mit Weihnachts- und Neujahrswünschen schloss.